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Argumente für authentische Fotos – Stockfotos lügen

2. Januar 2017


Stockfotos Telefonistin

Wer sein Unternehmen im Internet präsentieren will, greift heute häufig auf günstige Stockfotos zurück, statt einen teuren Fotografen zu beauftragen. Dabei kann jeder einfach seine eigenen und damit authentischeren Fotos machen. Warum das heute so wichtig ist.

  1. Stockfotos: Wenn alle mit der gleichen Frau telefonieren

    Die Sekretärin mit Headset ist auf Unternehmenswebseiten obligatorisch geworden. Auffällig ist, dass einige der Damen offenbar multithematisch und mehrsprachig einsetzbar zu sein scheinen und viele Unternehmen das immer gleiche

    Callcenter mit eben diesen Damen beauftragen. Anders lässt es sich kaum erklären, warum zum Beispiel diese Lady sowohl als beratende Ansprechpartnerin für Umzüge und andere Transporte vorgestellt wird, wie auch als Supporterin für eine Software-Schmiede, warum sie auch Hotelbuchungen übernimmt, und Ihnen auf Wunsch Spielhallen, Wettbüros und Bowlingcenter einrichtet. Und damit scheint sie nicht ausgelastet zu sein, denn in einem Jobportal wird sie auch weiterhin als Telefonistin vermittelt. Beeindruckend.

    Aber Hand aufs Herz: Haben Sie jemals geglaubt, diese oder eine ähnliche Dame am Telefon zu haben, wenn Sie irgendeine Hotline angerufen haben? Und macht das irgendwas mit Ihnen, wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie eigentlich von Ihrem Dienstleister durch Stockfotos getäuscht werden? Fühlt sich das so seriös an, wie das glatte Bild der Dame auf den ersten Blick glauben machen möchte? Aber warum steht sie eigentlich in diesem leeren Gang? Steht sie überhaupt da? Und wie kann ihre Haut so perfekt sein? Ist irgendetwas an diesem Bild echt?

    Und was spricht eigentlich gegen echte Fotos von echten Mitarbeitern? Fragen, die wir in unseren Workshops erläutern werden.

  2. Der Wunsch der Kunden nach Wahrheit

    Während die klassischen Werbeagenturen in den traditionellen Kanälen nach wie vor auf prominente Gesichter wie Musiker, Fußballer, Models und Schauspieler als Werbeträger setzen, verlassen sich Online-Agenturen im Internet heute vermehrt auf sogenannte Influencer: Mal mehr, mal weniger auf ein Thema festgelegte Internet-Prominente, die mit ihrer natürlichen und direkten Art ihr Publikum erreichen und einen hohen Authentizitätsfaktor mit sich bringen. Menschen, die realer erscheinen als unnahbare und geschminkte Fernsehstars, die greifbarer und ansprechbar sind, und die ihre Community persönlich pflegen. Hier sehen Fans schon mal gern darüber hinweg, dass ihrer Online-Stars für das Bewerben eines Produkts bezahlt wurden.

    Authentische Office-Situation

    Würden Sie diesem sympathischen Herrn nicht viel eher Kompetenz zutrauen, als der sterilen Dame auf dem Stockfoto oben?
    Foto: Sandra Schink

    Doch auch diese Werbegesichter können nur so authentisch sein, so sehr sie mit Ihrem Unternehmen oder Ihrem Produkt vertraut sind. Wenn Sie einen potentiellen Influencer erst aufwändig über ihr Produkt informieren müssen und dieser kein echtes Verständnis und keine intrinsische Überzeugung transportieren kann, dann nehmen Fans, und damit potentielle Kunden, diese Art der Produktplatzierung ausgesprochen übel.

    Aber was spricht eigentlich dagegen, eigene Mitarbeiter zu Influencern der eigenen Marke zu machen? Wer könnte besser die Begeisterung für das eigene Unternehmen oder das eigene Produkt transportieren, als jene, die täglich damit zu tun haben, damit arbeiten oder es gar herstellen? In einer Zeit, in der Kunden werbemüde sind, in der sie nicht mal mehr der Presse vertrauen, und in der sie sich von übertriebenen Versprechen und einem Überangebot an Informationen und Angeboten überfordert sehen, schätzen sie das Gefühl von Authentizität und Identifizierung des Herstellers mit seinem Produkt oder des Dienstleisters mit seinem Service besonders. Und orientieren sich daran. Wie Sie mit Portraits Ihrer Mitarbeiter oder sogar mit Selfies zum Werbegesicht für Ihre eigene Marke werden, erläutern wir in unseren Workshops.

  3. Investition in Authentizität: Zeit

    Gerade Start-Ups fehlt es am Anfang am nötigen Kleingeld um in professionelle Fotografen zu investieren, die das Wirken und Werden der Newcomer dokumentieren und transportieren, und die eine neugierige Crowd buchstäblich durch einen Entwicklungsprozess mitziehen können. Und auch etablierte Unternehmen profitieren von einer neuen Verbindlichkeit, wenn sie ihren Kunden neue Produkte oder Dienstleistungen durch eine transparente visuell gestützte Berichterstattung in einem Blog oder auf den sozialen Kanälen nahebringen.

    So kann es sehr effektiv sein in dieser Zeit selbst als Fotograf tätig zu werden oder jemanden aus dem Team zu beauftragen, der regelmäßig Fotos „behind the scenes“ in die Social-Media-Kanäle spült und den Fans so das Gefühl gibt, dass sie bei der Entwicklung live dabei sein können. Diese Fotos müssen nicht perfekt sein, einem roten Faden und und einem bestimmten Bildstil können sie aber dennoch folgen.

    Wie das einfach mit dem Smartphone umzusetzen ist, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, erläutern wir in unseren Workshops.

 

Comments (2)

  • Also ich greife auch sehr oft auf Fotos zurück von z.B. Pixabay oder Flickr. Einfach weil ich zu vielen Themen gerade kein Bild parat habe. Ich schreibe viel über politische Themen von Parteien über Politiker oder Ereignisse. Beispielsweise an Silvester konnte ich nicht mal schnell nach Köln fahren und Bilder machen (schön wäre es gewesen).

    Geärgert habe ich mich aber auch schon darüber das ich Beispielsweise einen teuren Kalender gekauft haben und die Kalenderbilder ausschließlich Stockfotos waren. Das fand ich derart dreist, dass ich das inzwischen vorher kontrolliere.

    Bei Unternehmen ist mir das eigentlich egal. Man kennt doch die Methoden und zu einem professionellem Internetauftritt gehört eben kein Amateurfoto und deswegen greift man auf die günstigen Stockfotos zurück. Ob diese Entwicklung gut ist mag ich auch zu bezweifeln. Es kann guten Fotografen das Rückrad brechen.

    • Hallo Ludwig,

      es spricht auch nichts gegen Stockfotos, solange sie nicht inflationär eingesetzt werden und solange sie nicht ausschließlich eingesetzt werden. Der glatte sterile Stil von Stockfotos führt dazu, dass alle Seiten zu allen Themen irgendwie gleich und beliebig aussehen.

      Die Mischung macht es aus professionellen Fotos von einem Fotografen für den Hauptauftritt, und eigenen und Stockfotos für Blog uns Social-Media-Kanäle.

      Jeder hat heute die Möglichkeit ein eigenes Fotoarchiv mit selbst gestalteten Symbolbildern zusammenzustellen, die einen persönlichen Touch haben und somit einmalig sind. Man muss nur die Augen offenhalten, seine tägliche Umgebung wahrnehmen und neu entdecken, und ein paar Kniffe bedenken. Wer zB in seinem Blog weiße Headlines auf Fotos hat, braucht Fotos, die auf der Positionierung der Headline dunkler sind. Wer für Social-Media-Kanäle Text oder Logo auf ein Bild einfügen will, kann auch hier mit einigen einfachen Regeln optisch ansprechend gestalten.

      Bei aktueller journalistischer Berichterstattung geht es natürlich nicht ohne Agenturfotos, aber das ist ohnehin ein ganz anderer Bereich.

      Sandra

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